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das Wort: traumleer
ein Hauch finnischer See
& Moos unter den Füßen

noch halten wir
den Sommer, und du:
führst den Stift
durch wirre Welt.

für dich, Mio
20.11.08 23:33


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Wenn ich Slime höre, dann denke ich immer an dich. Wie wir auf dem Weg zu einem Konzert im Stau standen, und wir alle unsere Fenster runterkurbelten und schrien: Deutschland muss sterben / damit wir leben können! und: Wir wollen keine / Bullenschweine / Mollis und Steine / gegen Bullenschweine. Und wie die anderen Autofahrer_innnen da geguckt haben, wie bestürzt sie waren, und was für einen verdammten Spaß es uns gemacht hat. Und wie wir durch finnischen Wald liefen, und uns nur Tiere zuhörten. Selbst im Aldi von Tampere: niemand versteht uns, Etikette tötet! Und dann letzte Woche, wie du mich in den Arm genommen hast, und mir gesagt hast, ich soll nicht gehen, du hast mich an die Hand genommen und dann bist du zum DJ, meintest er soll doch mal Slime spielen und dann grinst du mich an, und singst: Ihr seid nichts als linke Spießer / Ich frag' mich, was wart ihr früher / Ihr seid nichts als linke Spießer / Ihr habt nichts dazugelernt. Dann war alles wieder gut, wir haben die Tanzfläche, auf der niemand mehr war, zum Leben gebracht, haben gefühlt, warum wir Freunde sind.
7.11.08 22:10


an den Vater.

wo Wirkung unbemerkt bleibt
& graue Wolken nur schwer
zu fassen sind.

im Tiefflugatem, unnahbar:er
Turboverstand: wir drehen unsere Runden,
doch stürzende Fluten
bleiben letztlich
uferlos.
7.11.08 21:57


Als wir uns gegenüber saßen und über Marx diskutierten, da dachte ich schon: wow, was ein Typ, über den sollte man schreiben, der gibt viel her, allein das Gefühl, das Gefühl wenn der dich ansieht, vielleicht ein Gedicht, sollte jemand machen, irgendjemand. Wie Celan mal geschrieben hat: Dort: ein Gefühl, / vom Eiswind herübergeweht, / das sein tauben-, sein schnee / farbenes Fahnentuch festmacht. Das sollte man ihm schreiben und nachrufen, wenn er fährt, wenn er die Nacht hinter sich lässt. Und als wir da saßen, da wusste ich, der Typ ist was Besonderes, und ich kenn den jetzt schon, keine Ahnung, ein halbes Jahr oder so, und er ist klasse, man sollte über ihn schreiben. Dann plötzlich diese Hand, völlig deplatziert auf meinem Bein und wir reden weiter über Marx und Israel und all das andere Zeug und ich denk immer wieder: wow, dieser Typ, der ist was Besonderes. Obwohl ich gar nicht so auf Marx stehe. Wir reden weiter, ertasten uns gleichzeitig, und dann, dann gehen plötzlich die Lichter an, und es ist Morgen, die Hand weg, das Gespräch beendet. Und auch ich hau ab, wie alle, wie er genau so, steig auf mein Fahrrad, e sist schon fast hell, und er ist was Besonderes, ich werd irgendwann einschlafen, mittags: mit Gedanken an Marx und Celan, und dass man schreiben sollte.
4.11.08 23:19


gefühlter Sommer: wir sammelten Steine,
und in stiller Vollendung
fallen Kastanien, im tiefsten Herbst.
immer wieder: wir sammelten Steine.

für dich, J.
2.11.08 21:39


In der Pfütze spiegelt sich noch dein Gesicht. Ich weiß nicht, ob es ein verschüttetes Bier oder nur Regen ist, ist auch völlig egal, aber ich starre auf dem Asphalt, starre in deine tiefen Augen, die so unglaublich scheu aussehen. Und du stehst da völlig alleine, irgendwie soll ich wohl zu dir kommen, weil ich nicht will dass du gehst, weil deine Augen sich dadrüben so schön spiegeln. Ich sauge jeden Eindruck auf, konversiere die Liebe, konserviere das Glück, es ist nicht dir richtige Zeit. Deshalb geh ich nicht zu dir, bleib hier, bleib lieber allein. Irgendwann werd ich auch dich vergessen haben, und ich wische die Pfütze einfach weg, wische deine Augen weg, wische Küsse weg.

Ich kann nicht anders, wieder und wieder starr ich zu dir hin, jetzt liegt deine Hand auf meinem Bein und du inhalierst, obwohl du das sonst nie tust, einen Zug meiner letzten Zigarrette und hältst mich, oder ich halte mich an dir fest, doch es ist nicht die richtige Zeit und gleich wirst du gehen und ich werde dich nicht aufhalten, wie könnte ich auch, ich denke an dich, immer und es ist nicht richtig, deine Augen sind zu tief im Asphalt, sind zu scheu um auf mich gerichtet zu sein.
26.10.08 06:04


Ich schreibe mich weg. Schreibe mir ein Bild, einen Ort, wo ich sein will. Weg von hier, weg vom sein, weg vom Fundament. Ich grabe, ich stoße meine Finger in die sterile Erde, ich grabe ums Fundament herum, und sie fragt mich, ob es wegen Politik war. Ob ich mir was gebrochen habe. Aber, was antworten, was antworten, was antworten. Wenn nicht wegen Politik, weswegen dann. Es geht immer darum. Immer. Immer. Immer. Und deshalb sage ich alles zweifach, dreifach, vierfach. Weil es eben so ist. Und weil es natürlich wegen Politik war. Weg mit dem Fundament, ich schreibe mir einen Ort, an dem es wegen Liebe war.
19.10.08 02:06


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